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Di. bis Fr. 10:00 - 18:00 Uhr, Sa. 10:00 - 14:00 Uhr

Hannes Köhler – Ein mögliches Leben

Franz Schneider, ein junger Bergmann aus Essen, wird als Soldat 1944 in einem amerikanischen Kriegsgefangenenlager in Texas interniert. Heute, als mittlerweile fast 90jähriger Mann, bittet er seinen Enkel, mit ihm eine Erinnerungsreise dorthin zu unternehmen. Martin kommt dem nach, nicht zuletzt, um den von seiner Mutter als harten und unnachgiebig beschriebenen Großvater besser kennen zu lernen und sein Verhältnis zu ihm zu klären. Gemeinsam fliegen sie zur Gedenkstätte in die Nähe von Austin, Texas, um sich dort auf den Spuren von Franz´ Vergangenheit zu bewegen. Während der Reise erkennt Martin,…

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Lilian Loke – Auster und Klinge

Es ist nicht unbedingt Sympathie auf den ersten Blick bei den beiden recht gegensätzlichen Männern, die das Leben hier zusammenführt: Victor ist Kellner und leidenschaftlicher Einbrecher, träumt von einem eigenen Restaurant und hat nach einem verunglückten Bruch seine Gefängnisstrafe abgesessen. Frau und Tochter haben genug von seinen Eskapaden und ihm den Stuhl vor die Tür gesetzt. Durch ein geregeltes Leben im angestrebten Edelrestaurant mit einem befreundeten Koch zusammen will er seine Familie wieder zurückgewinnen. Georg, Erbe eines Schlachthofimperiums, steht auch recht verkantet im Leben. Als Künstler lebt er in einfachen…

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David Szalay – Was ein Mann ist

Versuche, die Männer zu beschreiben, gibt es diverse in Literatur und Musik und spätestens seit Herbert Grönemeyer mit gepresster Stimme die Frage nach dem Mann und wann er einer ist stellte, hoffen wir auf eine Antwort. Die gibt uns jetzt David Szalay, der Shooting-Star der britischen Literaturwelt, wenn auch nur für neun Beispiele: In ebenso vielen Kapiteln lässt er auf 500 Seiten die unterschiedlichsten Männer quer durch Europa reisen, wobei London für alle Geschichten Dreh- und Angelpunkt ist. Da sind Simon und Ferdinand, zwei Inter-Railer, die etwas erleben möchten und…

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Amy Liptrot – Nachtlichter

Mit Anfang dreißig spült das Leben Amy Liptrot zurück an den Ort ihrer Kindheit - die Orkney Islands, selbst für das dünn besiedelte Schottland eine sehr abgelegene Region. Hier schwimmt die britische Journalistin morgens im eiskalten Meer, verbringt ihre Tage als Vogelwärterin auf den Spuren von Orkneys Flora und Fauna und ihre Nächte auf der Suche nach den „Fröhlichen Tänzern“, wie die Nordlichter hier genannt werden. Und sie beginnt nach zehn Jahren Alkoholsucht wieder Boden unter den Füßen zu gewinnen. Mit entwaffnender Ehrlichkeit erzählt Amy Liptrot von ihrer Kindheit, ihrem…

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Hannah Tinti – Die zwölf Leben des Samuel Hawley

"Als Loo zwölf Jahre alt war, brachte ihr Vater ihr das Schießen bei." Bereits der erste Satz dieses Buches nimmt den Leser gefangen und zieht ihn in eine 560 Seiten starke Geschichte, die so bildhaft erzählt ist, dass man gut daran tut, sich diesem Genuss an einem leselangen Wochenende ungestört ohne Unterbrechung zu widmen. Samuel Hawley ist gesetzlos, er ist bis an die Zähne bewaffnet und erledigt seine unterschiedlichen kriminellen Jobs stets an der eigenen Schmerzgrenze ohne Schonung von Körper und Leben. Zwölf Kugeln haben ihn bereits verwundet, in zwölf…

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Mariana Leky – Was man von hier aus sehen kann

Liest man die Inhaltsangabe mancher Romane, drängt sich unmittelbar das Bild eines Schüttelbechers auf: man nehme einige originelle Zutaten, mische alles gut durch und fertig ist der leckere Rührkuchen oder ein ungenießbares Geklumpe - je nachdem. So ist es auf den ersten Blick auch bei dem neuen Buch von Mariana Leky. Die Einkaufsliste klingt bemüht experimentell: eine alte Dame aus dem Westerwald, der im Traum gelegentlich ein Okapi erscheint (worauf jedes Mal jemand aus dem Dorf den Tod findet), ein gutaussehender Buddhist mit sehr blauen Augen, ein verliebter Optiker, ein…

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Stephanie Danler – Sweetbitter

Kellnerin zu werden war nicht gerade der Berufswunsch von Tess, die zum Studium aus der Provinz nach New York kommt. Doch als sie sich auf eine Stelle im angesagten Edel-Restaurant am Union Square bewirbt und diese überraschenderweise auch noch bekommt, verschiebt sie ihre Studienpläne erst einmal. Als Hilfskellnerin erfährt sie hautnah die Rang- und Hackordnung der Gastro-Szene, lernt nach und nach die Weine zu unterscheiden, die sie abends den Gästen servieren wird und bekommt langsam ein Gefühl dafür, was gutes Essen ausmacht. Ihr Leben spielt sich fortan fast ausschließlich zwischen dem…

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Kent Haruf – Unsere Seelen bei Nacht

Kent Haruf war ein amerikanischer Schriftsteller (1943 bis 2014), der jeden seiner Romane in einer fiktiven Kleinstadt in Colorado namens Holt spielen ließ und der in Deutschland mit seiner schönen Ballade "Flüchtiges Glück" bekannt wurde. Kurz vor seinem Tod erschien in Amerika sein fünfter und letzter Roman "Unsere Seelen bei Nacht"  – ein nur knapp 200 Seiten schmales Büchlein, eindrücklich in Sprache und dem unverwechselbaren Stil Harufs. Addie, eine Witwe von 70 Jahren, unterbreitet ihrem gleichaltrigen Nachbarn Louis, der nach dem Tode seiner Frau ebenfalls alleine lebt, einen ungewöhnlichen Vorschlag: wäre…

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Castle Freeman – Auf die sanfte Tour

Der Titel klingt nach schmeichelwarmem Liebesroman, dahinter verbirgt sich jedoch ein wunderbar kerniger und mit lakonischem Humor gesegneter Krimi mit harten Jungs (zwei Sheriffs, ein Deputy, ein Troublemaker im Ort), mehreren Damen unterschiedlicher Zugehörigkeit zu diesen Männern (Clemmie, Crystal, Morgan) und feiner amerikanischer Landschaft (Vermont). Ach ja, und ein paar Russen sind auch noch wichtig für die Story. Genussvoll spielt die Geschichte von Castle Freemans zweitem Roman (auf deutsch erschienen jetzt bei Nagel & Kimche) auf der Western-Tastatur und lässt mit herrlicher Gelassenheit die Bösewichte, Blödewichte und ein paar Sheriffs…

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Abteil oder Großraum?

Darf man eigentlich zugeben, sehr gerne mit dem Zug zu fahren? Während alle Welt auf die Deutsche Bahn schimpft, über Verspätungen klagt und bei jeder Reise nur das Schlimmste erwartet, bekenne ich mich zu meiner Liebe zum Zugfahren. Nun habe ich allerdings auch bisher fast immer das Glück gepachtet, trotz zahlreicher Zugwechsel (=Umsteigen) das angepeilte Ziel in der regulären (=auf den Fahrscheinen ausgedruckten) Reisezeit zu erreichen. In meinem Freundeskreis gibt es bereits Bestrebungen, mich zu den eigenen geplanten Fahrten mitzunehmen, um sich dadurch gewissermaßen einen kleinen Strang meiner legendären Glückssträhne…

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