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Lilian Loke – Auster und Klinge

Es ist nicht unbedingt Sympathie auf den ersten Blick bei den beiden recht gegensätzlichen Männern, die das Leben hier zusammenführt: Victor ist Kellner und leidenschaftlicher Einbrecher, träumt von einem eigenen Restaurant und hat nach einem verunglückten Bruch seine Gefängnisstrafe abgesessen. Frau und Tochter haben genug von seinen Eskapaden und ihm den Stuhl vor die Tür gesetzt. Durch ein geregeltes Leben im angestrebten Edelrestaurant mit einem befreundeten Koch zusammen will er seine Familie wieder zurückgewinnen.

Georg, Erbe eines Schlachthofimperiums, steht auch recht verkantet im Leben. Als Künstler lebt er in einfachen Verhältnissen, rührt sein geerbtes Geld aus moralischen Gründen nicht an und versucht, mit radikalen Kunstaktionen die Gesellschaft auf die erbarmungslosen Zustände und Arbeitsbedingungen im Zeitalter der Globalisierung aufmerksam zu machen.

Beide Männer verbindet zunächst einmal recht wenig. Als Victor notgedrungen bei Georg Unterschlupf findet, nimmt eine interessante Idee Gestalt an, die für beide Seiten gewinnbringend sein könnte: Victor soll Georg das Einbrechen lehren, damit dieser noch spektakulärere Aktionen planen kann und Georg leiht dem mittellosen Kellner im Gegenzug das Geld für die Restauranteröffnung. Der Deal wird gemacht und ob der Plan funktioniert erzählt Lilian Loke in ihrem zweiten Roman rasant und spannend mit gekonnt eingesetztem schwarzen Humor.

Unterhaltsam dreht sich die Spannungsschraube der Story bis an die Schmerzgrenze der Protagonisten – ein wirklich erbarmungsloser und gleichzeitig bös komischer Roman, den man hinter dem mädchenhaft pinkfarbenen Cover mit orange-schimmerndem Herzen nicht unbedingt erwarten würde.


C..H. Beck Verlag 2018 / € 19,95