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Kent Haruf – Unsere Seelen bei Nacht

Kent Haruf war ein amerikanischer Schriftsteller (1943 bis 2014), der jeden seiner Romane in einer fiktiven Kleinstadt in Colorado namens Holt spielen ließ und der in Deutschland mit seiner schönen Ballade „Flüchtiges Glück“ bekannt wurde.
Kurz vor seinem Tod erschien in Amerika sein fünfter und letzter Roman „Unsere Seelen bei Nacht“  – ein nur knapp 200 Seiten schmales Büchlein, eindrücklich in Sprache und dem unverwechselbaren Stil Harufs.

Addie, eine Witwe von 70 Jahren, unterbreitet ihrem gleichaltrigen Nachbarn Louis, der nach dem Tode seiner Frau ebenfalls alleine lebt, einen ungewöhnlichen Vorschlag:
wäre es nicht denkbar, die Nächte, in denen beide schlaflos ihren Erinnerungen nachhängen, gemeinsam zu verbringen? Und die Einsamkeit dadurch zu vertreiben, sich gegenseitig ihre Lebensgeschichten zu erzählen?

„Es geht nicht um Sex. Es geht darum, die Nacht zu überstehen. Zu reden, zusammen im Bett zu liegen. Die ganze Nacht.“

Louis willigt ein, einen Versuch sei es wert. Behutsam entsteht durch die nächtlichen Gespräche eine Nähe zwischen den beiden älteren Herrschaften und bestärkt sie in dem Gefühl, dass es ein Glück im Alter geben kann, wenn man sich nur traut.
Dies gefällt nicht jedem in der Kleinstadt. Schon bald sehen sich Addie und Louis der Missgunst und Häme durch die Nachbarn und ihrer eigenen Familie ausgesetzt. Eine Entscheidung über die Fortsetzung ihrer Beziehung steht unausweichlich bevor.

„Unsere Seelen bei Nacht“ ist ein kleines Meisterwerk über die zärtliche, späte Liebe zweier Menschen. Schön und voller Melancholie – berührend.


Kent Haruf „Unsere Seelen bei Nacht“, Diogenes Verlag 2017, € 20,00
Aus dem Amerikanischen übersetzt von pociao

Das Hörbuch wird gelesen von Ulrich Noethen. Diogenes 2017, € 20,00