Die krasse Außenseiter-Kindheit in einer Berliner Kommune der 1980er Jahre beschreibt die Autorin Lilli Tollkien in atemberaubendem Erzählrausch:
jede Menge Freiheiten und gleichzeitig Missbrauch und Vernachlässigung sind für die kleine Lale an der Tagesordnung. Die Mutter ist drogenabhängig und der Vater interpretiert den Begriff „Sorgerecht“ höchst eigenwillig: die laschen Aufsichtspflichten teilen sich die ausschließlich männlichen Kommunen-Mitglieder nach Laune und jeweiliger Tagesform.
Es herrscht Anarchie und Lales Bedürfnis nach Nähe und Fürsorge wird von den Mitbewohnern und ihren wechselnden Freundinnen mal besser mal schlechter erfüllt. Kann so ein Lebensstart gelingen?
Oft traurig, manchmal haarsträubend, dabei lebensnah und authentisch ist dieser immer lesenswerte Roman für an den Schrägen des Lebens interessierte Leser:innen.
Aufbau-Verlag 2026 / € 24,00
