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Ina Westman – Heute beissen die Fische nicht

Eine Familie verbringt ihren Sommer auf einer abgelegenen Insel im finnischen Schärengarten.
Joel, Emma und Fanni: Vater, Mutter, Kind – eine nur auf den ersten Blick idyllische Szene.

Nach und nach tauchen Risse im perfekten Leben auf: Emma, die als Fotojournalistin überall in den Krisengebieten der Welt das Leid der Menschen dokumentiert und von Überflutungen, fehlenden Impfstoffen und verdorbenen Hilfslieferungen an die Bevölkerung berichtet, versucht zwischen den Reisen, daheim eine Familie zu erhalten und „die Welt zu retten“, wie sie ihrer gemeinsamen Adoptivtochter Fanni in wenigen Worten ihren Job erklärt.

Joel, der pragmatische Lehrer, versucht seine Bodenständigkeit durch die erholsamen Aufenthalte auf der abgeschiedenen familieneigenen Insel zu erhalten und gerät doch zunehmend unter Druck, da Emma unter den Folgen einer Operation leidet. Sie hat Visionen, spürt die Anwesenheit ertrunkener Flüchtlinge und verliert sich in den Erinnerungsfetzen vergangener belastender Ereignisse ihrer Arbeit.

Geschickt tastet sich die aus den abwechselnden Perspektiven von Emma und Joel erzählte Geschichte durch die Unebenheiten einer Ehe und spart nicht an atmosphärischen Beschreibungen des nordischen Sommers in den Schären.

Wie rettet man eine Beziehung, die auseinanderdriftet und welche Hürden müssen genommen werden, damit zwei Menschen sich – und die Person, die sie lieben – nicht verlieren?

Dies ist ein sanfter und zugleich mit starken Bildern arbeitender Roman der finnischen Autorin Ina Westman, der ein bekanntes Thema neu erzählt und mit feinem Stilgefühl überzeugt.

mareverlag 2021 / € 22,00