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Elif Shafak – Der Geruch des Paradieses

Die Weltbürgerin und Autorin Elif Shafak, in Straßburg geboren, lebt in London und Istanbul.
Dort spielen auch ihre beiden Romane „Ehre“ und – soeben erschienen – „Der Geruch des Paradieses“, das zur Zeit in allen Medien zu Recht sehr gut besprochen und gelobt wird.

Wie bereits in ihren früheren Büchern gelingt es Shafak mühelos, ihren westlichen Lesern durch die Lektüre ihrer Romane nicht nur ein Gefühl für eine uns fremde Kultur und Religion zu vermitteln, sondern auch für den Spagat ihrer Protagonisten zwischen Tradition und modernem Alltagsleben in der Türkei.

Im aktuellen Buch ist die Hauptfigur Peri, eine junge Frau, die bereits in der eigenen Familie den ständigen Konflikt zwischen der Strenggläubigkeit ihrer Mutter und der gelebten Leichtgläubigkeit des Vaters erdulden muss und zwischen den Polen zerrieben wird. Zum Studium nach Oxford geschickt setzt sich die Konfrontation fort, lebt sie dort doch mit einer „Sünderin“ (ihrer Freundin Shirin) und der gläubigen Mona in Wohngemeinschaft zusammen, was sie selber zunehmend verwirrt und sie ihren eigenen Weg nur mühsam erkennen lässt.

Die Geschichte Peris wechselt zwischen der Gegenwart in Istanbul und der Zeit ihres Studiums 2001/2002 in England, während dessen sie bei dem charismatischen Gelehrten Azur ein Seminar besucht, das ihr zur Beantwortung ihrer Glaubensfragen helfen soll.

Elif Shafak bindet die Geschichte Peris ein in die immer aktuelle Diskussion über Demokratie und Glauben. Der Zwiespalt, den die junge als auch die gereifte Protagonistin durchleben muss, lässt dem Leser den nötigen Raum zur Reflektion – ein wichtiges Buch.

Elif Shafak „Der Geruch des Paradieses“, Kein & Aber Verlag 2016 / € 25,00
Aus dem Englischen von Michaela Grabinger


TV-Tipp:
Titel, Thesen, Temperamente / Sendung vom 9.10.2016 mit einem Beitrag über Elif Shafak in der ARD-Mediathek