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A. M. Hurley – Loney

Wer gute Spannungsliteratur mag, die sich wohltuend von den üblichen Krimis um provencalische Polizisten und traurige schwedische Ermittler abhebt, der findet in „Loney“ ein schönes Beispiel für einen sprachlich überzeugenden und thematisch unverbrauchten englischen Thriller.

Der britische Autor Andrew Michael Hurley zeigt dem Leser in seinem ganz und gar kommissarfreien Krimi ein gnadenlos verregnetes, graukaltes England – das muss man mögen…

Wir schreiben das Jahr 1976: in der Woche vor Ostern pilgert eine kleine Glaubensgemeinschaft aus London zu einem Wallfahrtsort an der wenig einladenden nordenglischen Küste, um dort für Andrew, den eigentümlichen Jungen der Gemeinde, zu beten und ihn von seiner Stummheit zu erlösen. Seine von dieser Wunderheilung geradezu besessene Mutter, der stoische Vater und der Erzähler, Andrews Bruder Tonto, bilden den Kern einer höchst verschrobenen Zusammenkunft von Menschen im unheimlichen Gästehaus „Moorings“, in dem die Gläubigen ihre Tage vor dem Fest verbringen.

Dazu streut Hurley noch eine Reihe skurriler und höchst verdächtiger Einheimischer in die spannend erzählte Geschichte, einige undurchsichtige Priester und auch das ein oder andere landestypische Tier.

Zusammen ergibt das einen lesenswerten, ungewöhnlich atmosphärisch verdichteten Roman, an dessen Ende nicht alle mysteriösen Fäden verknüpft werden.
Wen das nicht stört, der mag in „Lonley“ eine wunderbar dunkle und spannende Lektüre finden.


Andrew Michael Hurley „Loney“ Ullstein-Verlag, € 22,00
Hörbuch gelesen von Steffen Groth, Hörbuch Hamburg, € 22,00